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Familie Flückiger–von Riedmatten

Margrit und Georges Gross-Schmidweber

Einblicke

Stellvertretend für alle pflegenden und betreuenden Angehörigen portraitieren wir hier Familie Flückiger und das Ehepaar Gross-Schmidweber.

Familie Marianne Flückiger und Werner von Riedmatten mit Cyrill (6) sowie Magnolia (12) und Jesaja (9)

Die zwei Kinder, Magnolia und Jesaja, haben Trisomie 21 (Down Syndrom). Die Betreuerin Cécile Herzig (42) kümmert sich um sie 1–2 Nachmittage pro Monat, bei sich zu Hause.

 

Frau Flückiger, als Mutter dreier Kinder, wovon zwei mit einer geistigen Behinderung, müssen Sie enorm gefordert sein?

Die drei Kinder fordern mich in der Tat und ich muss haushälterisch mit meinen Kräften umgehen.

 

Wie haben Sie reagiert, als auch beim zweiten Kind (Jesaja) die Diagnose Trisomie 21 gestellt wurde?

Da während dem Ultraschall-Untersuch nichts auf Trisomie 21 hindeutete, war ich nach der Geburt von Jesaja dann doch ein wenig überrascht. Aber seine eigenen Kinder schliesst man sofort ins Herz, ob mit oder ohne Behinderung. Für uns war von Anfang an klar, dass wir ein Kind so annehmen, wie es ist.

 

Was hat Sie dazu bewogen, sich externe Hilfe zu holen?

Leider wohnen unsere Verwandten weit weg.

Mit der Geburt meines dritten Kindes kam ich an meine Grenzen. Das ist vielleicht vergleichbar mit Drillingen.

 

Wie leicht ist es Ihnen gefallen, einen Teil der Verantwortung vorübergehend abzugeben?

Ich hatte von Anfang an Vertrauen in Frau Herzig. Auch die Tatsache, dass sie mit sechs eigenen Kindern viel Erfahrung mitbringt, macht es einfacher, für ein paar Stunden loszulassen.

 

Können Sie uns beschreiben, wie genau die Entlastungseinsätze bei Frau Herzig aussehen?

Mein Mann oder ich bringen Magnolia und / oder Jesaja mit dem Auto an einem oder zwei Nachmittagen pro Monat zu Frau Herzig, wo sie den Nachmittag verbringen und mit der Familie den «Znacht» geniessen. Um 20 Uhr werden sie von Frau Herzig wieder zu uns nach Hause gebracht.

 

«Für mich ist der Entlastungsdienst unverzichtbar!»

Marianne Flückiger, Hombrechtikon

 

Wie ist es für Magnolia und Jesaja, wenn sich Frau Herzig um sie kümmert?

Sie geniessen den Kontakt zu den zwei jüngeren Kindern von Frau Herzig, die etwa gleich alt sind. Besonders schön finde ich, dass auch ihre Kinder Magnolia und Jesaja vom ersten Moment an ins Herz geschlossen haben.

 

Wie nutzen Sie die Zeit, in der Frau Herzig Ihre Kinder betreut?

Ich habe dann mehr Zeit für Cyrill und unternehme z.B. Ausflüge mit ihm. Es ist also nicht so, dass ich ganz frei wäre. Aber immerhin!

 

Was schätzen Sie besonders an unserer Betreuerin, Cécile Herzig?

Das Einfühlungsvermögen, ihre Geduld und die Herzlichkeit.

Ehepaar Georges (81) und Margrit (81) Gross-Schmidweber

Frau Gross hat Parkinson mit zunehmender Be-

einträchtigung bestimmter Hirnfunktionen. Die Betreuerin Eliane Battaini (63) betreut das Paar seit Sommer 2014 jeden Donnerstag von 10 – 17 Uhr.

Herr Gross, wie wurden Sie auf den Entlastungsdienst aufmerksam?

Ich habe mich bei der Stadtverwaltung Opfikon nach Betreuungshilfen für Angehörige erkundigt. Dabei wurde mir der Entlastungsdienst emp-

fohlen.

 

Was hat Sie dazu bewogen, sich externe Hilfe zu holen?

Die Betreuung meiner Frau wurde immer auf-

wändiger. Zur Parkinson-Erkrankung kamen Stürze, Spital- und Rehaaufenthalte dazu. Trotz den Einsätzen der Spitex kamen auf mich immer komplexere Aufgaben zu, und das Tag und Nacht. Ich konnte dies nicht mehr alles alleine bewälti-

gen.

 

Wie leicht ist es Ihnen gefallen, einen Teil der Verantwortung vorübergehend abzugeben?

Es ist mir leichter gefallen, da die Vermittlerin des Entlastungsdienstes eine Betreuerin vorschlug, die gut zu meiner Frau passt. Die Chemie stimmt zwischen den beiden. Meines Erachtens ist dies eine wichtige Voraussetzung.

«Für mich ist der Entlastungsdienst die optimale Lösung, pflegende Angehörige wirkungsvoll zu unterstützen und

eine Heimplatzierung zu vermeiden oder langfristig hinauszuschieben»

Georges Gross, Opfikon

 

Warum ist Ihre Wahl auf den Entlastungsdienst gefallen?

Das Preis-Leistungs-Verhältnis beim Entlastungs-dienst finde ich optimal. Zudem bin ich unab-

hängig und muss nicht immer Verwandte, Freun-

de oder Bekannte um die Gefälligkeit bitten, meine Gattin regelmässig zu betreuen.

 

Wie nutzen Sie die Zeit, wenn Frau Battaini Ihre Frau betreut?

Die gewonnene Freizeit nutze ich für externe Aktivitäten oder ich kann anspruchsvolle Arbeiten zu Hause ungestört erledigen. Wenn ich auswärts bin, geniesse ich auch ein Mittagessen, das ich nicht selbst zubereiten muss.

 

Wie ist es für Ihre Frau, wenn sich am Donnerstag Frau Battaini um sie kümmert?

Die beiden Frauen harmonieren bestens. Dies nicht zuletzt deshalb, weil meine Gattin als halbe Tessinerin sich mit Frau Battaini als Seconda besonders gerne auf Italienisch unterhält.

 

Was schätzen Sie besonders an unserer Betreuerin?

Frau Battaini nimmt ihre Aufgabe ernst und geht sehr auf die Wünsche meiner Frau ein. Sie packt auch im Haushalt mit an; kocht, macht den Ab-

wasch. Sie bemüht sich darum, dass sich meine Frau sicher und wohl fühlt und bei guten Wetter-

bedingungen geht sie mit ihr auch spazieren.

Sendung CheckUp

Portrait über den Entlastungsdienst in der Sendung CheckUp.